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Verschiedene Untersuchungen deuten darauf hin, dass zwischen Folsäure und Depressionen ein Zusammenhang besteht und Menschen mit einem tiefen Folatspiegel ein höheres Depressions-Risiko aufweisen.

Depressionen sind die häufigste seelische Erkrankung im Erwachsenenalter. Sie entstehen in der Regel aus dem Zusammenwirken mehrerer Faktoren, wobei Botenstoffe (so genannte Neurotransmitter wie Serotonin oder Dopamin) eine zentrale Rolle spielen. Wenn diese Botenstoffe aus dem Gleichgewicht geraten, führt das zu einer Störung der Nervenzell-Kommunikation und nicht selten zu einer Depression. Hier kommt Folsäure ins Spiel, denn für die Bildung der Botenstoffe werden Vitamine benötigt – insbesondere B-Vitamine wie Folsäure (B9).

Direkter Zusammenhang?

Dass zwischen Folsäure und Depressionen ein enger Zusammenhang bestehen könnte, legen diverse Untersuchungen nahe. So wurde in einer finnischen Studie beobachtet, dass die Probanden mit Depressionssymptomen deutlich weniger Folsäure über die Nahrung zu sich nehmen als die gesunde Vergleichsgruppe. Auch eine amerikanische Untersuchung gibt Hinweise darauf, dass der Folatspiegel bei Depressiven vermindert ist, weshalb bei Depressionsbehandlungen oft auch Folsäure eingesetzt wird. Es scheint auch, dass die Therapie mit Antidepressiva bei ausreichender Folsäureversorgung wirksamer ist als bei einem Folsäuremangel. Die Resultate sind aber teilweise widersprüchlich und es ist denkbar, dass nur Personen mit einer genetischen Besonderheit im Folsäurestoffwechsel depressionsgefährdet sind.