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Quelle

Blog Stiftung Folsäure Schweiz

Autor

Luzia Popp

Thema

Ernährung

«Mehr natürliche Folsäure als in jedem anderen Lebensmittel»

Wer mit dem Zug von Luzern nach Lenzburg fährt, rollt in Hochdorf direkt unter ihr durch: die Firma Hochdorf Swiss Nutrition AG. Wir steigen aus und besuchen unseren Partner, der das Geheimnis von Weizenkeimen kennt und die Stiftung seit der Gründung unterstützt.

Ein schlichter Bau, an der Fassade der Firmenname in blauen Buchstaben, darunter die Ergänzung «Best Partner». Die Firma heisst offiziell «Hochdorf Swiss Nutrition AG» und unterstützt die Stiftung Folsäure Schweiz seit ihrer Gründung vor 17 Jahren. Privatpersonen kennen die Produkte der Hochdorf-Gruppe kaum, das Unternehmen beliefert die Lebensmittelindustrie und den Handel. Bekannt ist Hochdorf als Expertin für Milchpulver, Babynahrung – und für die Verarbeitung von Weizenkeimen.

Weizenbrot, Weizenmehl und Weizenkeime
Brot ist in der Schweiz ein beliebtes Grundnahrungsmittel, das in über 200 Sorten angeboten wird. Am beliebtesten sind Weizenbrote. Bei der Produktion von Mehl wird der Weizenkeim vom Korn getrennt. Doch genau in diesem Keim steckt mehr Folsäure, als in jedem anderen natürlichen Produkt. Weshalb lässt man die Weizenkeime nicht im Mehl? Karin Bucher, Marketingmanagerin Cereals & Ingredients erklärt: «Frische Weizenkeime enthalten viele ungesättigte Fettsäuren und sind deshalb nur wenige Tage geniessbar. Danach werden sie ranzig.» Mehl mit Weizenkeimen verdirbt also schneller – deshalb ist Weissmehl länger haltbar als Vollkornmehl. Und das ist der Grund, weshalb Weizenkeime bei der Mehlproduktion bis heute grösstenteils entfernt werden. 

Der Firma Hochdorf ist es vor rund 70 Jahren gelungen, Weizenkeime so zu verarbeiten, dass sie länger haltbar bleiben: Erst werden die Weizenkeime zu hochwertigem Öl gepresst. Aus den Keimen von 1.8 Tonnen Weizen wird gerade mal ein Liter Weizenkeimöl gewonnen. Übrig bleibt eine Restmasse, der sogenannte Presskuchen, der wie ein riesengrosser flacher Nusskuchen aussieht. «Diese Masse ist viel mehr als ein Überbleibsel. Sie enthält über 70 Nährstoffe: Kohlenhydrate, Proteine und wichtige Vitamine.» Und besonders viele B-Vitamine wie Vitamin B9 – bekannt als Lebensvitamin Folsäure. 

Nussig und natürlich 
«Dank unserem schonenden Verfahren behält der Weizenkeim seine wertvollen Wirkstoffe und sein süssliches, nussiges Aroma», sagt Karin Bucher, «wir verwenden weder Stabilisierungsmittel, noch Zusätze.» Der Presskuchen wird gemahlen, dabei entstehen Granulate in verschiedenen Grössen: von mehlig-feinem Pulver bis zu groben Flocken. Hochdorf vertreibt sämtliche Weizenkeimprodukte für die Lebensmittelindustrie und den Detailhandel unter dem Markennamen Viogerm. Für die Herstellung von einem Kilogramm Viogerm werden rund 50 Kilogramm Weizen benötigt. Und wie erkennt der Kunde, ob ein Produkt Viogerm enthält? «Die Bezeichnung Viogerm finden sie nur auf wenigen Produkten. Doch viele dieser Lebensmittel tragen das Folsäure-Logo der Stiftung.»

Als Granulate sind die Weizenkeime im Supermarkt erhältlich, zum Beispiel als Actilife-Weizenkeime von der Migros. Zu Crisps weiterverarbeitet werden die Weizenkeime in ganz unterschiedlichen Produkten verwendet. Viogerm macht Schokolade chrunchy und steckt im Müesli oder Backwaren wie Linzertörtli, Zwieback und Energieriegeln. Auf der Verpackung ist «Viogerm» selten ausgeführt, in der Inhaltsangabe steht «Weizenkeime». Bei Schweizer Produkten ist die Chance hoch, dass sie von Hochdorf stammen. Das Unternehmen beliefert Kunden in ganz Europa mit seinen Produkten.

Die beste Folsäurequelle 
Weizenkeime enthalten rund zehnmal mehr Folsäure als Avocados. Ein guter Ersatz für Vitaminpräparate? «Nein, das sind Weizenkeime nicht», betont Karin Bucher, denn «für den täglichen Folsäurebedarf müsste man über 100 Gramm Weizenkeime essen. Wer schafft das schon jeden Tag?» Doch als Ergänzung sind Weizenkeime eine wertvolle natürliche Vitaminquelle. Sie schmecken in Smoothies, auf Salaten oder als Teigbelag für Wähen. Karin Bucher mag die knusprigen Frühstücks-Cerealien mit Weizenkeimen besonders, «zum Frühstück oder zwischendurch als Snack». Zum Backen eignen sich Weizenkeime übrigens als Ersatz für Haselnüsse «und es sie enthalten erst noch weniger Fett.»

Ein Geheimtipp sind Weizenkeime längst nicht mehr. Kein anderes Lebensmittel enthält so viel natürliche Folsäure. Dazu der hohe Gehalt an Proteinen, Ballaststoffen, Mineralien und lebenswichtigen Vitaminen. «Ja, der Weizenkeim ist der reichste Teil des Weizens», bestätigt Karin Bucher. So wertvoll wie die langjährige Partnerschaft mit der Hochdorf AG für die Stiftung ist, so wichtig sind Weizenkeime für eine gute Folsäureversorgung. Zwei «Best Partner», unersetzlich für das Bestreben, die Folsäureversorgung in der Schweiz weiter zu verbessern.